Erlebnisse mit der Schwarzweissen Nr 4.

Zum ersten Mal hörte ich von ihr am 12. November 1998 vom Herrn Oberaufseher, dass die Schwarzweisse Mutter am Fuß verletzt sei, und dass wir schnell kommen sollten, sie zu fangen und zum Arzt zu bringen. Ich eilte vom Institut nach Hause, holte das Auto und fuhr nach Lainz. Ich sollte gleich die Falle aufstellen. Das alles war nachdem wir die Schwarzweisse Mutter erst vor kurzem gefangen hatten und sie kastriert worden war. Ich beobachtete sie und sah keinerlei Anzeichen von Verletzung.

Ich ging hinauf zum Oberaufseher. Er und seine Freundin zeigten mir eine andere Schwarzweisse, die im Gras sass und maunzte. Ich stellte die Falle auf, aber wir hatten keinen Erfolg. Es war deutlich, dass sie hinkte.

Wir liessen die Falle beim Oberaufseher und vereinbarten, dass sie Fangversuche machen sollten zur üblichen Fütterungszeit.

Die Zeit verging. Am 3. Dezember wurden wir informiert, dass sie die Schwarzweisse jetzt soweit gezähmt hätten, dass sie sie auf den Arm nehmen konnten. Ich vereinbarte, dass ich sie zum Tierarzt bringen würde.

Das tat ich und es stellte sich heraus, dass sie überhaupt nicht wild war, sondern ganz schmusig. Sie suchte die Hand, wenn man sie bot und hielt ihren Kopf dagegen. Tierarztbesuch im TSH. Sie hatte ein großes Abszess nach einem Biss (Marder?). Sie war kastriert, sagte die Ärztin, nach einer Tastprobe am Bauch (Drahtklammern). Antibiotika und die Vereinbarung in zwei Tagen wieder zu kommen.

Nach zwei Tagen war es nicht möglich sie zu fangen. Sie wurde am folgenden Tag gefangen. Es war sehr schwierig und die Freundin vom Herrn Oberaufseher sagte, man solle sie im Tierheim lassen, wenn sie nochmals gebraucht würde, da sie sie bestimmt nicht mehr bekommen würde.

TSH, Tierarzt. Neuerliche Spritze und Säuberung der Wunde. Die Wunde sonderte einiges an blutigem Sekret ab. Tierarzt sagte, noch ein Besuch sei nötig, dann werde man wissen, ob es gut gehe. Röntgen wurde gemacht, nichts gebrochen.

Ich entschloss mich sie mit nach Hause zu nehmen und sie nicht im TSH zu lassen, da sie so stark auf Zuwendung reagierte. Sie bekam das Arbeitszimmer für sich und unsere beiden Kleinen waren sehr aufgeregt.

Ich verbrachte viele Stunden bei ihr, sie war das problem- und anspruchloseste Kätzchen, das ich mir vorstellen konnte. Sofort rein - obwohl am Anfang Verdauungsprobleme. Sie frass schnell und viel und schlief viel, am liebsten auf meinem Schoß.

Die Trennung, sie drinnen und die anderen draußen wurde im Laufe der Zeit immer schwieriger. Am Mittwoch, 9. Dez. 1998 letzter Tierarztbesuch. Sie bekam noch eine schmerzstillende Spritze, da sie nicht viel den verletzten Fuß belastete, und mir wurde gesagt, wenn sich das bis zum nächsten Tag besserte, könnte ich sie freilassen.

Das tat ich auch. Sie hat sich immer beklagt, wenn sie ins Körbchen musste, aber nur am Anfang. Während der Fahrt war sie recht still. Ich habe den Käfig geöffnet, sie hat sich umgesehen, ich habe verstanden, dass sie iher Umgebung erkannte. Sie ging ein Stück, drehte sich um, maunzte mich kurz an und lief davon. Sie lief recht gut, ohne besonders zu hinken.

Ich hoffe es geht ihr gut und sie hat ein langes und glückliches Leben.

Sie wird weiter von Herrn Oberaufseher und seiner Freundin und uns versorgt werden.